Nachhaltiges Badezubehör: Worauf achten?

Im Alltag sammeln sich im Badezimmer viele kleine Gegenstände an — Zahnbürsten, Seifenschalen, Duschvorhänge, Badematten, Rasierer und vieles mehr. Bei nachhaltigem Konsum lohnt es sich, diese Produkte nicht nur nach Preis und Design auszuwählen, sondern genauer auf Material, Herstellung und Lebensdauer zu achten. In diesem Beitrag erkläre ich, welche Materialien sinnvoll sind, welche Öko-Zertifikate Bedeutung haben und wie Sie beim Einkauf wirklich umweltfreundliche Entscheidungen treffen können.

Materialien: Vor- und Nachteile

Wenn Sie nachhaltige Alternativen wählen, sollten Sie die gesamte Lebensdauer eines Produkts bedenken — vom Rohstoff bis zur Entsorgung.

  • Bambus: Für Zahnbürsten, Wattestäbchen und Bürstenstiele beliebt. Schnell nachwachsend und kompostierbar, wenn keine Kunststoffborsten verwendet werden. Achten Sie auf lackfreie Verarbeitung.
  • Holz und Kork: Gut für Seifenschalen, Badzubehör und Fußböden. Natürlich und langlebig, aber Pflege (Ölen) verlängert die Lebensdauer.
  • Bio-Baumwolle: Für Handtücher, Waschhandschuhe und Badtextilien. GOTS-zertifizierte Baumwolle garantiert ökologischen Anbau und faire Arbeitsbedingungen.
  • Edelstahl und Glas: Ideal für Seifenspender, Rasierhobel und Behälter. Sehr langlebig und gut recyclebar, allerdings höherer Anschaffungspreis.
  • Silikon: Langlebig und temperaturbeständig, häufig genutzt bei Duschutensilien. Vorsicht bei Mikroplastik-Absplitterung und Recyclingmöglichkeiten.
  • Kunststoffe: Vermeiden, wenn möglich; gerade bei Einwegartikeln und Produkten, die Mikroplastik freisetzen, problematisch.

Herstellungsprozesse und Öko-Zertifikate

Nicht jede grün wirkende Verpackung ist wirklich nachhaltig. Achten Sie auf anerkannte Labels:

  • GOTS (Global Organic Textile Standard) – wichtig für Textilien, garantiert biologische Fasern und faire Arbeitsbedingungen.
  • FSC (Forest Stewardship Council) – für Holz- und Bambusprodukte, steht für nachhaltige Waldwirtschaft.
  • OEKO-TEX – prüft schadstofffreie Textilien und kann bei Badehandtüchern, Bademänteln relevant sein.
  • EU Ecolabel – umfassendes Umweltzeichen für verschiedene Produktgruppen, inklusive Reinigungsmittel und einige Haushaltswaren.
  • Cradle to Cradle – bewertet Produkte hinsichtlich Recyclingfähigkeit und Schadstofffreiheit über den gesamten Lebenszyklus.

Langlebigkeit statt Einweg

Der wichtigste Hebel für Nachhaltigkeit ist: weniger ersetzen. Anstatt billige Einwegartikel zu kaufen, wählen Sie robuste Alternativen, die repariert oder nachgekauft werden können. Beispiele:

  • Rasierhobel mit austauschbaren Klingen statt Wegwerfrasierer
  • Seifenstücke statt Flüssigseife in Kunststoffflaschen (durch Seifendosen aus Metall oder Holz geschützt)
  • Waschbare Abschminkpads statt Einweg-Pads
  • Badteppiche aus Naturmaterialien, die bei Bedarf nachhaltig entsorgt oder recycelt werden können

eco accessories

Weitere Einkaufstipps

Beim Kauf sollten Sie außerdem diese Punkte beachten:

  • Transparenz des Herstellers: Gibt es Informationen zur Lieferkette, Energieverbrauch oder sozialen Standards?
  • Verpackung: Papier oder Karton statt Kunststoff, minimalistische Verpackung reduziert Abfall.
  • Regionale Produktion: Kurze Transportwege senken CO2-Emissionen — lokale Manufakturen unterstützen oft auch eine bessere Produktionskontrolle.
  • Reparatur und Ersatzteile: Können Teile (z. B. Borsten für eine Bürste) nachgekauft werden?

Ökologische Fallstricke

Manche Produkte werden als „natürlich“ beworben, enthalten aber Chemikalien oder nicht recycelbare Bestandteile. Achten Sie auf Zusammensetzung und prüfen Sie, ob Produkte Mikroplastik enthalten (z. B. als Peelingpartikel oder in Duschvorhängen). Vermeiden Sie zudem Produkte mit unnötigen Beschichtungen oder Lacken, die die Kompostierbarkeit einschränken.

Checkliste für den nachhaltigen Einkauf

Vor dem Kauf kurz durchgehen:

  • Material geprüft (Holz, Glas, Edelstahl, natürliche Fasern)?
  • Gibt es ein vertrauenswürdiges Öko-Label?
  • Ist das Produkt langlebig und reparierbar?
  • Wie ist die Verpackung gestaltet?
  • Kann ich es regional oder secondhand kaufen?

Fazit

Nachhaltiges Badezubehör erfordert mehr als nur ein hübsches Öko-Logo. Entscheidend sind Materialwahl, Herstellungsbedingungen, Lebensdauer und Entsorgungsmöglichkeiten. Kleine Änderungen — wie der Umstieg auf eine Bambuszahnbürste, ein Rasierhobel oder wiederverwendbare Abschminkpads — summieren sich und reduzieren Plastikmüll und Ressourcenverbrauch deutlich. Informieren Sie sich vor dem Kauf, achten Sie auf Zertifikate und bevorzugen Sie Qualität vor Quantität.

4 Kommentar

  1. Sehr hilfreicher Artikel! Ich habe vor kurzem auf einen Rasierhobel umgestellt und bereue es nicht. Tipp: Klingen gibt’s oft günstiger im Set.

  2. Gute Zusammenstellung der Zertifikate. Wäre toll, wenn Sie demnächst einen Beitrag zu empfohlenen Marken machen könnten.

  3. Danke für die Checkliste. Mich würde interessieren, wie man silikonfreie Duschmatten findet — viele sehen ja gleich aus.

  4. Kleiner Hinweis: Nicht alle Bambusprodukte sind gleich nachhaltig, oft steckt auch Klebstoff oder Plastik im Inneren. Auf FSC- oder ähnliche Labels achten.

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